Unternehmen entscheidend vorangebracht

Die Mitarbeiter der Thüga Energie verabschiedeten ihren langjährigen Geschäftsführer Dr. Jürgen Becker (links) in den Ruhestand. Geschäftsführer-Kollege Dr. Markus Spitz (rechts) würdigte mit großem Dank seine Verdienste und überreichte Ehefrau Ulrike Becker ein Blumenpräsent.

Am Freitag verabschiedeten die Mitarbeiter der Thüga Energie ihren langjährigen Geschäftsführer Dr. Jürgen Becker. 30 Jahre lang, davon rund 23 Jahre als Werksdirektor bzw. Geschäftsführer, hat er den regionalen Energieversorger entscheidend vorangebracht und in die Zukunft geführt.
Zum 31. Dezember 2013 tritt er mit seinem Ruhestand nun eine neue Herausforderung an.
 

Fast alle der mehr als 80 Mitarbeiter der Thüga Energie in Singen waren am Freitagvormittag zu der Feierstunde gekommen. „Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten die Strom- und Erdgasversorgung im Hegau geprägt und dabei wichtige Weichen für die Zukunft unseres Unternehmens gestellt“, betonte Dr. Markus Spitz in seiner Rede. „In unserer gemeinsamen Zeit bei der Thüga Energie habe ich Sie als engagierten Geschäftsführer kennengelernt, dem nicht nur Unternehmenszahlen, sondern auch die Menschen wichtig waren.“ Dr. Jürgen Becker bedankte sich bei allen für ihre Loyalität und gute Zusammenarbeit. „Sie haben mich in den vergangenen 30 Jahren begleitet“, so Becker. „Nur dank eines engagierten Teams konnten wir unsere gesteckten Ziele fast immer erreichen.“ Wie gut das Betriebsklima ist, beweist die niedrige Fluktuation. Viele Mitarbeiter sind selbst seit Jahrzehnten dabei oder haben hier schon ihre Ausbildung absolviert. Für ihn gehe eine abwechslungsreiche Zeit zu Ende, die stets vollen Einsatz gefordert habe, sagte der scheidende Geschäftsführer weiter. Er freue sich aber auf den neuen Lebensabschnitt und wolle auch ihn mit Energie angehen. 

Verantwortung über viele Jahre
Der gebürtige Karlsruher kam kurz nach seiner Promotion 1983 zur damaligen CONTIGAS in Singen. 1988 wurde er zum Betriebsleiter des Gas- und E-Werks Singen ernannt und im Sommer 1990 schließlich zum Werksdirektor mit Prokura. Auch nach dem Zusammenschluss von Thüga und CONTIGAS 2001 führte Becker das Gas und E-Werk Singen weiter. Seit der Neustrukturierung 2009, als sich die thügaeigenen Betriebe in Singen, der Pfalz und Allgäu-Oberschwaben zur Thüga Energie zusammenschlossen, stand Becker als Geschäftsführer an der Spitze des neuen Unternehmens, welches derzeit über 100.000 Erdgas- und Stromkunden betreut. Dr. Jürgen Becker hatte neben der Werkleitung in Singen jedoch stets viele weitere Ämter inne. Er war tief in die Konzernstruktur eingebunden und unter anderem Leiter des Zentraleinkaufs. Darüber hinaus war er beispielsweise ab 1994 Geschäftsführer des Stadtwerks Tauberfranken in Bad Mergentheim, bevor er 2006 in den Aufsichtsrat wechselte, dem er bis zu seinem Ruhestand Ende des Jahres angehört. 

Becker selbst schaut positiv auf die 30 Jahre zurück: „Die damalige Entscheidung für die CONTIGAS in Singen war richtig. Ich habe mich sowohl vor Ort als auch im Konzern stets wohl gefühlt. Das Verhältnis zu den Vorständen war von Vertrauen geprägt und machte es möglich, viele Entscheidungen eigenständig vor Ort zu treffen – ein Umstand, der für einen regionalen Energieversorger immens wichtig ist.“ Bereits am 6. Dezember fand der offizielle Abschied von Dr. Jürgen Becker bei der Thüga Aktiengesellschaft in München statt. „Dr. Becker war nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsführer der Thüga Energie, er war auch in der Thüga-Gruppe ein geschätzter Ratgeber. Seine Expertise war gefragt und hatte Gewicht“, sagte Dr. Gerhard Holtmeier, Vorstandsmitglied der Thüga Aktiengesellschaft. 

Die vergangenen Jahrzehnte hielten viele Herausforderungen bereit. Zu den wichtigsten zählte der Aufbau des regionalen Erdgasnetzes. Zwischen den 80-er Jahren und der Jahrtausendwende wurden sehr viele Städte und Gemeinden an das Erdgasnetz angeschlossen, unter anderem Steißlingen, Hilzingen, Volkertshausen, Aach, Pfullendorf und Salem. Neben der stetigen Modernisierung des Strom- und Gasnetzes nahm der Umbau und die Neustrukturierung der Stromversorgung in Singen, Rielasingen-Worblingen und Gottmadingen in den 90-er Jahren viel Zeit und Kraft in Anspruch. Ebenso brachte die Liberalisierung der Energiemärkte erhebliche Veränderungen mit sich, welche die Thüga Energie unter Beckers Leitung meisterte. 

Partnerschaften vor Ort gepflegt
Als Werkleiter und Geschäftsführer pflegte Dr. Jürgen Becker stets die Partnerschaften vor Ort, die auf Vertrauen basierten. „Ein faires und partnerschaftliches Verhältnis mit den Kommunen lag mir stets am Herzen“, sagt Becker. „Ich finde es wichtig, Verständnis für die Belange des anderen zu entwickeln. Nur so kann man für beide Seiten die bestmögliche Lösung oder den bestmöglichen Kompromiss finden.“ Zu den schönsten Momenten zählt er deshalb auch positive Gemeinderatsbeschlüsse zu Konzessionsverträgen, denn „sie waren immer eine Bestätigung für die erfolgreich geleistete Arbeit.“ Aber auch Vertragsabschlüsse mit großen Gas- oder Stromkunden gehören zu den positiven Erinnerungen. 

Letztendlich ging es Becker um gute und funktionierende Partnerschaften mit Bürgermeistern, Gemeinderäten und Kunden sowie Entscheidern in Wirtschaft und Kultur. „Mir war es immer wichtig, dass ein Energieversorger, der in der Region stark verwurzelt ist, gesellschaftliche Verantwortung übernimmt“, begründet er sein Engagement. „Daher zeigen wir Präsenz in den Bereichen Soziales, Kultur und Sport. Ich finde, erst durch attraktive Angebote in diesen Bereichen wird eine Stadt lebendig und lebenswert.“ Aus diesem Grund engagierte er sich in zahlreichen Ehrenämtern – angefangen bei Singen aktiv und dem Krankenhaus-Förderverein über den Förderverein „Die Färbe“ bis hin zum Kunstverein Singen. Beispielhaft sei die Unterstützung beim Bau der neuen Stadthalle genannt, an welche der „Thüga-Saal“ erinnert. „Dieses Sponsoring ist gut investiertes Kapital, denn wenn es der Stadt und ihren Bürgern gut geht, geht es auch den Unternehmen gut“, meint Becker. 

Für seinen Ruhestand hat der Gourmet und Familienmensch bereits Pläne. Nach einer Auszeit wird er sich neuen Aufgaben widmen und auch die Entwicklung des Unternehmens Thüga Energie mit Interesse verfolgen. 

Ab 2014 wird Dr. Markus Spitz, der die Thüga Energie seit Herbst 2012 gemeinsam mit Becker geleitet hatte, als alleiniger Geschäftsführer fungieren. „Das vergangene Jahr hat mir gezeigt, dass ein kompetenter Kenner der Materie die Leitung des Unternehmens übernimmt und es erfolgreich in die Zukunft führen wird“, so Becker.