Eine „Powerklasse“ widmet sich dem Thema Energie
Aulendorf. „Was habt ihr heute denn schon alles über Energie gelernt?“, will Walter Göppel, Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg von den 16 Schülern der sechsten Klasse des Gymnasiums Aulendorf am Dienstagmorgen wissen. Aufgeweckt antworten sie, dass Wind Strom erzeugen könne, Standby-Geräte ausgeschaltet werden sollten und sogar, dass die Erderwärmung auf den CO2-Ausstoß der Pkws zurückzuführen sei. Göppel ist sichtlich beeindruckt und meint: „Ich bin begeistert. Am liebsten würde ich euch alle sofort als zukünftige Klimaschutzmanager mitnehmen.“ Freudenschreie und ein langgezogenes „Jaaa“ erfüllen den Klassenraum.
Im Rahmen der AUV-Wochen (Außer-Unterrichtliche-Veranstaltung) haben Rektor Karl Binder, Marcus Mohr von der Thüga Energie GmbH in Bad Waldsee und die Stadtverwaltung das Projekt „Junior-Klimaschutzmanager“ der Energieagentur an die Aulendorfer Schule geholt. Seit einem Jahr werden ausgewählten Schülern in unterschiedlichen Städten, darunter auch Bad Schussenried und Bad Waldsee, die erneuerbaren Energien näher gebracht, mögliche Energieverschwender in Haushalten aufgezeigt sowie der Umgang mit Messgeräten gelehrt. In Aulendorf ist es allerdings eine Besonderheit, die das Projekt auszeichnet: Erstmals widmet sich eine ganze Klasse dem Thema Energie.
So verbringt David Ulmer, freier Mitarbeiter bei der Energieagentur, insgesamt fünf Unterrichtseinheiten mit den Schülern. Und das Konzept kommt an. „Es ist wirklich toll, wie die Schüler mitmachen und ich glaube auch, dass es auf jeden Fall etwas bringt“, erklärt Lehrerin Sophie König, was von ihren Schülern bestätigt wird. Als interessante Abwechslung zum Schulalltag beschreiben die beiden Klassensprecher Samuel Boockmann (12) und Svenja Jeschke (11) die Aktion: „Wir finden es sehr spannend und wir lernen auch, was man besser machen kann. Beispielsweise Energiesparlampen verwenden oder beim Lüften die Heizung ausschalten.“
Wieder hält Göppel kurz die Luft an und staunt. „Das ist ja ein wahres Feuerwerk, was die Kinder hier schon nach zwei Unterrichtsstunden abfeuern. Was für eine Powerklasse“, schwärmt der Energieexperte, der sich erhofft, dass die Schüler ihr Wissen mit nach Hause nehmen und sowohl ihren Eltern, als auch Großeltern und Verwandten näher bringen. Schließlich seien die Kinder die Energieverbraucher der Zukunft, die noch lernen müssten, wie mit der Energie umgegangen wird. „Klimaschutz fängt auch schon bei den Jugendlichen an. Und die Energiewende bekommen wir nur gemeinsam hin“, betont Göppel.
Auch Rektor Binder ist zufrieden und stellt eine Wiederholung des Projekts im nächsten Jahr mit den aktuellen Fünftklässlern in Aussicht. „Energiesparen ist ein wichtiges Thema, das wir auch hier in der Schule seit vielen Jahren verfolgen. Daher haben wir die Fenster und die Deckenbeleuchtungen in den Klassenzimmern ausgetauscht“, bilanziert Binder und will auch zukünftig Energie einsparen.
Um der Energie auf die Spur zu kommen, überreichte Marcus Mohr den Schülern jeweils noch eine LED-Taschenlampe und einen USB-Stick. Für den Sponsor stellt das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Kehrtwende dar, die auf diese Weise schon frühzeitig in die Klassen getragen werden kann. „Solche Initiativen bleiben lange im Kopf und die Klasse weiß ab heute mit Sicherheit, wie sie vernünftig mit dem Strom umgeht.“
Quelle: Schwäbische Zeitung, Wolfgang Heyer, 22.10.2013
