Strompreiszusammensetzung und Energiespartipps

Warum erhöht sich der Strompreis?

Mittlerweile sind 75 % des Strompreises nicht mehr vom Energieversorger beeinflussbar, sondern staatlich vorgegeben.

Die staatlichen Umlagen erhöhen sich ab dem 01.01.2020 um insgesamt 0,352 ct/kWh (netto) bzw. 0,419 ct/kWh (brutto).

Umsatzsteuer (konstant)

Diese wird auf alle Preisbestandteile berechnet. Steigen diese, steigt auch der Strompreis.

EEG-Umlage (+ 0,351 ct/kWh gestiegen)

Diese Umlage dient der Förderung und dem Ausbau regenerativer Energien. Je mehr regenerative Energien erzeugt werden, desto mehr Förderungen werden ausgeschüttet.

Stromsteuer (konstant)

2,05 ct/kWh (netto), diese wird auf alle Preisbestandteile berechnet. Steigen diese, steigt auch hier der Strompreis.

Stromerzeugung (gestiegen)

Im Vergleich zum Jahr 2016 haben sich die Preise verdoppelt. Gründe hierfür sind z. B. gestiegene Rohstoffpreise und eine Mengenverknappung aufgrund einer zunehmenden Abschaltung von Kraftwerken.

Netzentgelte (gestiegen)

Der Ausbau der Stromnetze, unter anderem für die Energiewende, treibt die Netzentgelte nach oben. Dadurch wird die Netzstabilität gewährleitet sowie die Verteilung erzeugter Energiemengen reguliert.

Konzessionsabgabe (konstant)

Entgelte an die Kommune für die Mitbenutzung von öffentlichen Verkehrswegen durch Versorgungsleitungen.

Offshore-Netzumlage (konstant)

Diese Umlage sichert Risiken der Anbindung von Offshore-Windparks an das Stromnetz ab.

Umlage Abschaltbare Lasten (+ 0,002 ct/kWh gestiegen)

Abschaltbare Lasten können bei einer Überlastung vom Netz genommen werden. Die Bereitschaft von großen Verbrauchseinheiten bei Bedarf abzuschalten wird hier vergütet.

KWK-Umlage (-0,054 ct/kWh gesunken)

Diese Umlage fördert Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, durch die eine ressourcenschonende und gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme möglich ist.

§19 StromNEV-Umlage (+0,053 ct/kWh gestiegen)

Diese Umlage finanziert die Entlastung bzw. Befreiung stromintensiver Unternehmen von Netzentgelten.

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10 Energiespar-Tipps

1. Neue Heizungspumpe
Bei einer Zentralheizung ist die Pumpe dafür zuständig, dass jeder Heizkörper im Haus mit warmem Wasser versorgt wird. Dass diese einer der größten Energieverschwender sein kann, ist vielen Eigenheimbesitzern nicht klar: Eine alte, ungeregelte Heizungspumpe verbraucht 170 bis 230 Euro Strom pro Jahr, während eine Hocheffizienz-Pumpe nur 3 bis 10 Euro Strom pro Jahr benötigt! (Berechnungsgrundlage: Arbeitspreis Strom 0,27 Euro/kWh, Betrieb 6.500 Stunden pro Jahr)

2. Warmes Wasser nicht verschwenden
Duschen statt Baden spart eine Menge Energie. Aber auch beim Duschen gibt es noch ein hohes Sparpotential: Duscht man nur eine Minute weniger und bei einem Grad niedriger, spart das bares Geld. Meist reicht eine Temperatur von 37 Grad. Generell sollte das warme Wasser beim Händewaschen und Zähneputzen nicht unnötig laufen.

3. LED und Energiesparlampe: sparsam und langlebig
Es lohnt sich, auch die allerletzten Glühlampen aus dem Haushalt zu verbannen, denn Energiesparlampen (Kompaktleuchtstofflampen) verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom bei einer zehnmal längeren Lebensdauer. Noch sparsamer und langlebiger sind LED-Lampen, sie benötigen bis zu 90 Prozent weniger Strom. Da machen sich die höheren Kosten schnell bezahlt.

4. Alte und ineffiziente Kühl- und Gefriergeräte austauschen
Auch wenn das Altgerät noch funktioniert, lohnt es sich, über eine Neuanschaffung nachzudenken. Ein Beispiel: Wird eine Kühl-Gefrierkombination aus dem Jahr 2000 gegen ein modernes A+++ Gerät ausgetauscht, lassen sich pro Jahr rund 70 Prozent der Betriebskosten sparen, das sind 80 Euro. Bei einer Lebenszeit von durchschnittlich 14 Jahren addiert sich die Einsparung auf über 1.100 Euro. (Berechnungsgrundlage: Arbeitspreis Strom 0,27 Euro/kWh)

5. Stand-by-Verluste vermeiden
Stand-by-Verbräuche im Haushalt können sich leicht auf 100 Euro pro Jahr addieren, denn Geräte wie Fernseher, PC, Router, Laserdrucker, schnurloses Telefon, Kaffeemaschine, DVD-Spieler, HiFi-Anlage und Spielkonsole stehen in den meisten Haushalten. Oft werden sie aus Bequemlichkeit nicht bzw. nicht ganz ausgeschaltet, manche Geräte haben aber auch keinen Aus-Schalter mehr. Hilfe kommt von der europäischen Ökodesign-Verordnung zur Vermeidung von Leerlauf- und Schein-aus-Verlusten (Stand-by): Seit 2013 darf die Leistungsaufnahme im Aus-Zustand sowie im Stand-by-Betrieb 0,5 Watt nicht überschreiten. Werden im Stand-by-Betrieb bestimmte Anzeigefunktionen bereitgestellt, darf die Leistungsaufnahme 1 Watt nicht überschreiten. Viel mehr ist aber bei vernetzten Geräten wie Router, Hub, Modem etc. erlaubt: hier ist der Stand-by-Verbrauch seit 2017 auf 8 Watt beschränkt. Vor allem bei älteren Geräten gilt daher: Durch Ausschalten bzw. durch Nutzung einer schaltbaren Steckerleiste Leerlauf- und Schein-aus-Verluste vermeiden.

6. Besser den Wäschetrockner verwenden
Der Wärmepumpen-Wäschetrockner sagt dem vormals schlechten Ruf des maschinellen Trocknens den Kampf an. Für Haushalte ohne Trockenplatz im Freien bietet er die wirtschaftlichste Trockenmethode, zudem arbeitet er schnell und schont Allergiker. Wärmepumpentrockner nutzen die Wärme aus der Abluft und werden dafür auch mit der besten Energieeffizienzklasse A+++ belohnt. Die sparsamsten konventionellen Kondensationstrockner erreichen dagegen maximal Energieeffizienzklasse B und verbrauchen mehr als doppelt so viel Strom wie Wärmepumpentrockner. So machen sich die Mehrkosten bei der Anschaffung bald bezahlt.

7. Wäsche waschen: One Klick down
Drei Viertel des Stroms benötigt die Waschmaschine zum Erwärmen des Wassers, die Mechanik (Schleudern und Drehen der Trommel) hat wenig Einfluss. Mit einer Verringerung der Waschtemperaturen lässt sich daher besonders viel Strom sparen. Normal bis leicht verschmutzte Wäsche wird auch schon bei niedrigen Temperaturen sauber: 40 statt 60 °C, 30 statt 40 °C und zum Auffrischen reichen sogar 20 °C. Bettwäsche und Handtücher müssen heutzutage nicht mehr gekocht werden – gut für die Haushaltskasse, denn der Waschgang bei 90 °C benötigt fast 50 Prozent mehr Energie als eine 60 °C-Wäsche. Hohe Temperaturen sind nur noch in Ausnahmefällen nötig, wenn besondere Hygiene wichtig ist.

8. Kältegeräte: Richtige Aufstellung spart Energie
Grundsätzlich gilt: Je kühler der Standort, desto geringer der Stromverbrauch – eine Verringerung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt den Stromverbrauch bei Kühlgeräten um etwa sechs Prozent, bei Gefriergeräten um drei Prozent. Als Faustregel gilt also: Kühlgeräte immer an einem möglichst kühlen Ort aufstellen. Außerdem sollten sie nicht neben einer direkten Wärmequelle stehen, sei es der Heizkörper oder auch die direkte Sonneneinstrahlung.

9. Gewusst wie: Stromverbrauch halbieren in der Küche
Wer in der Küche einige einfache Regeln berücksichtigt kann ohne größere Anschaffungen den Stromverbrauch beim Kochen halbieren: Wasser immer im elektrischen Wasserkocher erhitzen. Kochtopf immer mit Deckel benutzen und nach dem Ankochen die Leistung der Kochstelle rechtzeitig reduzieren. Spezialgeräte wie Eierkocher und Kaffeemaschine nutzen sowie das Mikrowellengerät für kleine Mengen und kurze Garzeiten. Kaffeemaschine und Thermoskanne nutzen. Ideal ist eine Kaffeemaschine, die direkt in die Thermoskanne brüht. Im Verhältnis spart die Zubereitung größerer Mengen Energie (nur sinnvoll, wenn die gesamte Speisenmenge verwendet wird).

10. Energielabel: „A+“ ist oft die schlechteste Klasse
Das Energielabel ist eine europaweit vorgeschriebene Verbraucherinformation, die Geräte nach ihrem Energieverbrauch in Klassen einteilt, um sie einfach vergleichbar zu machen. Die Klassen werden mit farbigen Balken gekennzeichnet von dunkelgrün = niedriger Verbrauch bis rot = hoher Verbrauch. Die beste Klasse variiert zwischen „A“ und „A+++“, je nach Gerätegruppe. Bei Kühl- und Gefriergeräten, Waschmaschinen und Geschirrspülern dürfen sogar nur noch Geräte mit den Labelklassen A+ bis A+++ neu in den Handel gebracht werden. Die restlichen Klassen erfüllen nicht mehr die Ökodesign-Mindestanforderungen. Aufgrund des technischen Fortschrittes verschärft die EU das Label und auch Ökodesign-Vorschriften nach und nach: Seit September 2018 fallen fast alle Halogenlampen unter das Verkaufsverbot der Ökodesign-Verordnung für Haushaltsbeleuchtung. Klare Lampen müssen Energieeffizienzklasse B oder besser erreichen.

Besonders unübersichtlich ist die Regelung für Fernseher und Dunstabzugshauben: Sie werden mit den Energieeffizienzklassen von A++ bis E gekennzeichnet. Auf freiwilliger Basis darf aber bereits das Label mit A+++ bis D verwendet werden, Pflicht wird es ab Januar 2020.

Für Heizungen ist seit dem 26. September 2019 A+++ beste Klasse. Das Label umfasst nur noch sieben Klassen von A+++ bis D, statt bislang neun Klassen von A++ bis G. Zudem gibt es als nationale Besonderheit ein Altanlagen-Label für Heizungen: Schornsteinfeger müssen diese nach und nach etikettieren. Alle Energielabel werden hier verständlich erklärt: www.energielabel.hea.de

Quelle: BDEW