Aktuelle Entwicklungen am Energiemarkt

Seit Monaten steigen die Preise für Energie rasant an. Das liegt vor allem daran, dass die weltweite Nachfrage nach Energie stark zugenommen hat, das Angebot jedoch nicht entsprechend mitgezogen ist. Durch die zurückgefahrene Produktion während der Corona-Pandemie, wurde weniger Erdgas gefördert. Aktuell wirken zudem die geopolitischen Entwicklungen als Verstärker, wodurch die Energiepreise immer wieder neue Hochstände erreichen.

Die aktuelle Lage verunsichert derzeit viele Bürgerinnen und Bürger:
Ist die Versorgung mit Erdgas sicher?
Welche Auswirkungen haben die geopolitischen Spannungen?
Wie werden die Haushalte entlastet?

Wir beantworten häufig gestellte Fragen zum Thema Versorgungssicherheit und EEG-Umlagensenkung.

 

Versorgungssicherheit

Sicher ist: Auch in diesem Winter wird es in deutschen Wohnzimmern warm bleiben!

Im Falle einer Gasmangellage greifen in Europa existierende Sicherungsmechanismen. In Deutschland regelt der „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ die Versorgung im Krisenfall. Dieser unterscheidet drei Krisenstufen: Frühwarnstufe (Stufe 1), Alarmstufe (Stufe 2) und Notfallstufe (Stufe 3).

Stufe 1 und 2:

In den ersten beiden Krisenstufen sichern marktbasierte Maßnahmen der Gasversorgungsunternehmen die Versorgung, etwa durch den Rückgriff auf Speicher oder den Bezug von Erdgas aus alternativen Lieferquellen. Hinzu kommen ein Wechsel auf andere Energieträger oder vertraglich geregelte Abschaltvereinbarungen mit der Industrie. Dabei erfolgt stets eine enge Abstimmung der Unternehmen mit Bundesbehörden und dem Bundeswirtschaftsministerium.

Stufe 3:

Sollten die marktbasierten Maßnahmen nicht ausreichen, kann die Bundesregierung per Rechtsverordnung die sogenannte Notfallstufe ausrufen. Die Bundesnetzagentur kann dann als „Bundeslastverteiler“ in Notfallsituationen Zwangsmaßnahmen anordnen, wie beispielsweise eine Leistungsreduzierung bzw. Abschaltung von nicht-systemrelevanten Gaskraftwerken oder Industriekunden. Durch den Notfallplan soll sichergestellt werden, dass auch im Notfall Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und alle Privatkunden weiter mit Gas beliefert werden können.

Würde die russische Führung die Erdgas-Lieferungen nach Europa einstellen, wäre das in der Tat eine große Herausforderung für die Bundesregierung und die Gaswirtschaft.

Dennoch ist zu beachten: Russland ist zwar ein wichtiges Erdgas-Importland für Deutschland – aber keineswegs das einzige. Norwegen und die Niederlande haben zusammen einen ähnlichen hohen Anteil an der deutschen Erdgasversorgung. Die eigenen deutschen Vorkommen tragen ebenfalls rund 6 % zur benötigten Nettomenge bei. Außerdem verfügt Deutschland über die größten Erdgasspeicherkapazitäten Europas.

Kurzfristige Lieferausfälle oder Engpässe einzelner Importländer könnten von Deutschland also aufgefangen werden. Selbst bei einem kompletten Lieferstopp Russlands, käme Deutschland - nach einer aktuellen Einschätzung der Bundesregierung - über den gesamten Rest der Heizperiode mit den vorhandenen Vorräten zurecht.

Kurzfristig macht es die angespannte geopolitische Lage erforderlich, neue Importmöglichkeiten zu schaffen und die Versorgung weiter zu diversifizieren. Zudem sollten schnell eigene LNG-Anlandepunkte für verflüssigtes Erdgas in Deutschland gebaut werden. Diese müssen so gebaut sein, dass sie für Wasserstoff und damit zukunftssicher sind. Wasserstoff kann Erdgas in der Zukunft ergänzen und eine CO2-neutrale und sichere europäische Versorgung ermöglichen. Der Einstieg in erneuerbare Gase sollte jetzt noch schneller vorangetrieben werden.

Darüber hinaus benötigen wir ähnlich wie beim Erdöl eine strategische Gasreserve für Notfallsituationen, um sicherzustellen, dass auch im Ernstfall die Gasspeicher immer ausreichend gefüllt sind.

Wichtiger denn je ist der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland, um unabhängiger von Energieimporten zu werden. Neben dem schnellen Ausbau von Windenergie und Photovoltaik umfasst dies auch eine Biogas-Ausbau-Offensive. Nachhaltiges Biogas kann lokal erzeugt und ganz einfach in das vorhandene Erdgas-Verteilnetz eingespeist werden. Die Thüga Energie gestaltet mit der Biogas-Anlage in Kißlegg seit Jahren erfolgreich die Energiewende vor Ort.

Auch wenn die Energiepreissteigerungen vor allem durch eine steigende Nachfrage und ein begrenztes Angebot zurückzuführen sind, ist das hohe Energiepreisniveau in Deutschland zu einem großen Teil auf hohe staatlich veranlasste Preisbestandteile zurückzuführen: Steuern, Abgaben und Umlagen bestimmen durchschnittlich 40 Prozent des Haushaltsstrompreises.

Die Thüga Energie begrüßt vor diesem Hintergrund die von der Bundesregierung angekündigten Entlastungen, insbesondere den Wegfall der EEG-Umlage in der zweiten Jahreshälfte 2022. Alle Informationen hierzu in den folgenden FAQ.

Weitere sozialpolitische Maßnahmen sind jedoch erforderlich, um besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen zu entlasten. Die Einführung eines Heizkostenzuschusses war ein erster richtiger Schritt, der allerdings durch weitere Maßnahmen ergänzt werden muss.

EEG-Umlagensenkung

Durch den Beschluss der Bundesregierung entfällt die EEG-Umlage zum 1. Juli 2022. Ziel ist es, die Stromkunden von den stark gestiegenen Energiekosten zu entlasten. Was dies für Sie als Kunde der Thüga Energie bedeutet erfahren Sie in den folgenden FAQ:

Die EEG-Umlage dient der Förderung und dem Ausbau regenerativer Energien. Je mehr regenerative Energien erzeugt werden, desto mehr Förderungen werden ausgeschüttet. Diese Kosten wurden bisher durch die EEG-Umlage auf alle Verbraucher umgelegt.

Ja, an alle Kunden der Thüga Energie wird die Umlagen-Senkung in voller Höhe weitergegeben.

Die EEG-Umlage beträgt für das Jahr 2022 3,723 ct/kWh netto bzw. 4,43 ct/kWh brutto. Zum 1. Juli 2022 wird ihr aktueller Strompreis um diesen Betrag reduziert.

Bei einem Durchschnittsver­brauch von ca. 3.000 kWh/Jahr bedeutet dies eine Entlastung von rund 110 Euro/Jahr netto bzw. 130 Euro/Jahr brutto.

Nein, Sie brauchen sich um nichts kümmern. Die Senkung wird automatisch ab dem 1. Juli 2022 berücksichtigt.

Nein, Sie müssen Ihren Zählerstand nicht melden. Dieser wird auf Basis Ihrer vergangenen Verbräuche ermittelt. Falls Sie uns dennoch Ihren Zählerstand mitteilen möchten, können Sie dies ganz einfach unter Angabe Ihrer Vertragskontonummer und ohne Login im Kundenportal vornehmen.