Thüga Energie und BRV feiern Jubiläum

10 Jahre gemeinsame Biogasaufbereitung in Kißlegg - dieses Jubiläum begingen BRV Biologische Reststoff Verwertung und Thüga Energie. Auf dem Bild v. li.: Alexandra Scherer (Bürgermeisterin Bad Wurzach), Walter Göppel (Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg), Landrat Harald Sievers, Thüga-Energie-Geschäftsführer Dr. Markus Spitz, BRV-Geschäftsführer Franz Rupp, der Kißlegger Bürgermeister Dieter Krattenmacher, Johannes Fischer vom Fachverband Biogas sowie Michael Köttner von der IBBK Biogas.
Der gesamte Lkw-Fuhrpark der BRV Biologische Reststoff Verwertung tankt zukünftig 100 % Biogas an der neuen eigenen Biogas-Tankstelle, die zum Jubiläum eingeweiht wurde.

In Kißlegg wird aus biologischen Reststoffen klimaschonendes Biogas gewonnen / Neue Biogas-Tankstelle schließt Energiekreislauf

Als die Thüga Energie vor zehn Jahren ihre Biogas-Aufbereitungsanlage mit innovativer Membrantechnik in Betrieb nahm, galt dieser Schritt als Pionierakt. Heute erzeugt die Anlage rund 25 Mio. Kilowattstunden Biogas pro Jahr und kann etwa 1.000 Haushalte mit klimaschonender und nachhaltig erzeugter Energie versorgen.

Partner des regionalen Energieversorgers ist Franz Rupp, Landwirt und Gründer sowie geschäftsführender Gesellschafter der BRV – Biologische Reststoff Verwertung GmbH. Er nutzt in seiner Biogasanlage ausschließlich biologische Reststoffe, die keine andere Verwertung finden und von seinem zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb angeliefert werden. Das dabei erzeugte Rohbiogas wird von der Thüga Energie übernommen, in ihrer Anlage, die sich ebenfalls auf dem BRV-Gelände befindet, auf Erdgas-Qualität aufbereitet und anschließend ins Gasnetz eingespeist. Für die erstmalig in einer europäischen Großanlage eingesetzte Membrantechnologie vergab die Deutsche Energieagentur (dena) einen Sonderpreis.

„Seit zehn Jahren leisten wir mit der Biogasaufbereitung in Kißlegg einen Beitrag zur klimaschonenden und nachhaltigen Energieerzeugung“, erklärt Dr. Markus Spitz, Geschäftsführer der Thüga Energie. So werden mit der Biogas-Aufbereitungsanlage jährlich über 10.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) eingespart. Das entspricht dem CO2-Ausstoß von 78 Mio. gefahrenen Kilometern eines Mittelklassewagens. „Die dafür nötige Investition von damals 2,1 Millionen haben wir allein gestemmt“, unterstreicht Dr. Markus Spitz. „Mit Herrn Rupp haben wir zudem einen starken Partner vor Ort, der sich schon lange mit nachhaltiger Energieerzeugung beschäftigt und permanent an der Verbesserung der Energieeffizienz arbeitet.“

Biogas-Tankstelle zum Firmenjubiläum

Das Unternehmen BRV feiert in diesem Jahr 25-jähriges Firmenjubiläum. Dazu hat sich Franz Rupp selbst einen Wunsch erfüllt und eine Biogas-Tankstelle auf seinem Gelände errichtet. Hier soll zukünftig sein betrieblicher Fuhrpark mit 15 Gas-Lkw tanken. „Uns war es wichtig, den letzten Schritt für den ökologischen Kreislauf in unserem Betrieb zu gehen und den autarken Gedanken zu vervollständigen“, sagt er. „Mit den biologischen Reststoffen, welche wir heute bei den Kunden sammeln, wird Energie erzeugt, die wir zum Teil wiederum dafür einsetzen, die Fahrzeuge anzutreiben, um die nächsten biologischen Reststoffe abzuholen.“ Bereits jetzt ist der Fuhrpark zu 80 Prozent umgestellt und spart rund 260.000 Liter Diesel pro Jahr ein. Im kommenden Jahr sollen die restlichen 20 Prozent folgen.

Einen Energiekreislauf gibt es übrigens auch in der BRV-Biogas-Anlage selbst, denn in einem angeschlossenen Blockheizkraftwerk (BHKW) wird aus dem Biogas die elektrische Energie und Wärme erzeugt, die wiederum zum Betreiben der Anlage notwendig sind.

Beitrag für Energie- und Verkehrswende bei hoher regionaler Wertschöpfung

Das gemeinsame Energieprojekt von Thüga Energie und BRV findet auch die Aufmerksamkeit von Landrat Harald Sievers, Landkreis Ravensburg: „Biogas ersetzt fossiles Erdgas und leistet in diesem Fall sogar noch einen Beitrag für eine klimaschonende Verkehrswende.“ Letzterer Aspekt ist für den Bürgermeister der Gemeinde Kißlegg, Dieter Krattenmacher, besonders wichtig: „Wir sehen darin einen wertvollen Beitrag zur Erfüllung unserer lokalen Klimaschutzziele.“ Dass durch die BRV rund 50 Arbeitsplätze in Kißlegg entstanden sind, sei zudem ein Gewinn für die Gemeinde.

So kommt das Biogas zum Einsatz

Ihr Biogas bietet die Thüga Energie in verschiedenen Produkten an, welche Haushalte, Gewerbekunden und Kommunen nutzen. So wird unter anderem das Blockheizkraftwerk im Adler-Quartier in Wangen mit 100 Prozent Biogas aus Kißlegg betrieben. Aber auch die Liegenschaften der Landeshauptstadt Stuttgart werden vom regionalen Energieversorger mit Biogas versorgt. Daneben ist Bio-Erdgas eine gute Ergänzung, um beim Heizungstausch die Vorgaben aus dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz zu erfüllen.

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